Kurz gesagt
Such 5 bis 10 verkaufte Angebote auf eBay, nimm den mittleren Preis und schlag 10 bis 15 Prozent Verhandlungsspielraum auf.
Als privater Verkäufer zahlst du auf Kleinanzeigen und Vinted keine Gebühren. Die Gebühr für den Käuferschutz zahlt der Käufer zusätzlich zu deinem Preis.
Inhalt
Den Preis in vier Schritten festlegen
Vergleichspreise sammeln
Kleinanzeigen und Vinted zeigen dir nur Artikel, die noch zu haben sind. Das sind Wunschpreise, und gerade die teuren Angebote stehen oft seit Wochen. Was wirklich bezahlt wird, siehst du auf eBay: Such dort nach deinem Artikel und setz den Filter „Verkaufte Artikel“. Dafür musst du bei eBay angemeldet sein. Wie das genau geht und worauf du achten musst, erklärt der Ratgeber Was ist das wert?
Den mittleren Preis nehmen
Nimm 5 bis 10 verkaufte Angebote im gleichen Zustand und such den Preis, der in der Mitte liegt. Der höchste Treffer ist meist ein Glücksfall, der niedrigste oft ein Notverkauf. Findest du keine passenden Verkäufe, gibt dir der Verkaufswert-Rechner eine erste Spanne aus Neupreis, Alter und Zustand.
Spielraum einplanen
Auf beiden Plattformen wird gehandelt. Auf Kleinanzeigen schreiben viele „VB“ für Verhandlungsbasis hinter den Preis, auf Vinted kommen Preisvorschläge fast automatisch. Schlag deshalb 10 bis 15 Prozent auf den Preis auf, den du am Ende haben willst, und leg vorher fest, wo deine Schmerzgrenze liegt.
Versand klären
Auf Vinted wählt und bezahlt der Käufer den Versand. Auf Kleinanzeigen legst du in der Anzeige fest, ob du verschickst und was es kostet. Steht dort nichts, erwarten viele Käufer Abholung oder fragen nach. Und wer „inklusive Versand“ schreibt, zahlt das Porto aus seinem Erlös.
Gebühren: Was Käufer und Verkäufer zahlen
Für private Verkäufer sind Kleinanzeigen, Vinted und eBay innerhalb Deutschlands kostenlos. Gebühren fallen beim Käufer an, wenn er den Käuferschutz der Plattform nutzt. Für deine Kalkulation heißt das: Der Käufer sieht einen höheren Gesamtpreis als den, den du eingetragen hast.
| Plattform | Du zahlst | Der Käufer zahlt zusätzlich |
|---|---|---|
| Kleinanzeigen mit Abholung | nichts | nichts |
| Kleinanzeigen mit „Sicher bezahlen“ | nichts | 0,50 € plus 4,5 % des Preises, dazu Versand |
| Vinted | keine Provision | Käuferschutz 0,70 € plus 5 %, in einigen Kategorien mehr, dazu Versand |
| eBay, privat | nichts, außer bei Zusatzoptionen | Versand |
Stand: Oktober 2026, laut den Hilfeseiten der Plattformen. Gebühren ändern sich gelegentlich, ein Blick auf die aktuelle Hilfeseite vor dem Einstellen lohnt sich.
Rechner: Was der Käufer am Ende zahlt
- Der Käufer zahlt
- 42,70 € + Versand
- Du bekommst
- 40,00 €
Vinted: Der Käufer zahlt den Käuferschutz von 0,70 € plus 5 % (in einigen Kategorien mehr). Verkäufer zahlen keine Provision.
Käufer sehen den Gesamtpreis. Eine Jacke für 80 € kostet auf Vinted 84,70 € plus Versand, eine für 75 € dagegen 79,45 €. Landet der Gesamtpreis knapp über einer runden Summe, lohnt es sich, den eigenen Preis etwas tiefer anzusetzen.
Kleinanzeigen oder Vinted: Wo sich was verkauft
Die Plattform beeinflusst den Preis stärker als jede Formulierung in der Anzeige. Vinted lebt von Mode und Versand, Kleinanzeigen von Abholung in der Nähe, eBay von bundesweiter Reichweite und Sammlern.
| Artikel | Am besten auf | Warum |
|---|---|---|
| Markenkleidung, Schuhe, Taschen | Vinted | Käufer suchen gezielt nach Marke und Größe |
| Kinderkleidung im Paket | Vinted oder Kleinanzeigen | Pakete nach Größe verkaufen sich besser als Einzelteile, mehr im Ratgeber Kinderkleidung verkaufen |
| Möbel, Fahrräder, Kinderwagen | Kleinanzeigen | Abholung in der Nähe, kein Versand |
| Werkzeug, Gartengeräte | Kleinanzeigen | Viele Käufer wollen vor dem Kauf ansehen |
| Smartphones, Tablets, Konsolen | eBay oder Kleinanzeigen | Hohe Nachfrage, auf eBay mit Käuferschutz und bundesweiter Reichweite |
| Sammlerstücke, Retro-Spielzeug | eBay | Sammler suchen bundesweit, Auktionen finden den Preis |
| Bücher, DVDs, CDs in Mengen | Ankaufportale wie momox | Einzelverkauf lohnt sich bei Cent-Beträgen nicht |
Preisvorschläge und Preissenkungen
Niedrige Angebote: Auf Kleinanzeigen kommen regelmäßig Nachrichten wie „Was letzte Preis?“. Wer seine Schmerzgrenze kennt, antwortet ruhig mit einem Gegenangebot oder gar nicht. Unhöflich werden lohnt sich nie, die Nachricht ist oft nur ein Test.
Mengenrabatt auf Vinted: In den Einstellungen kannst du einen Rabatt für Pakete aus mehreren Artikeln festlegen. Das lohnt sich bei Kleidung, weil Käufer ohnehin gern mehrere Teile vom selben Verkäufer nehmen.
Wann du den Preis senkst: Meldet sich nach sieben bis zehn Tagen niemand, liegt es meist am Preis oder an den Fotos. Senk den Preis um etwa 10 Prozent und tausch das erste Foto gegen ein helleres. Beides zusammen bringt die Anzeige oft wieder in Bewegung.
Verkaufst du auf dem Flohmarkt statt online, findest du passende Richtwerte in der Preistabelle für den Flohmarkt.
Häufige Fragen
Wie finde ich den richtigen Preis für Kleinanzeigen?
Such deinen Artikel auf eBay mit dem Filter „Verkaufte Artikel“ (nur angemeldet sichtbar), nimm den mittleren Preis aus 5 bis 10 Verkäufen im gleichen Zustand und schlag 10 bis 15 Prozent für Verhandlungen auf. Die Angebote auf Kleinanzeigen selbst zeigen nur Wunschpreise.
Welche Gebühren zahlen Verkäufer auf Vinted?
Private Verkäufer zahlen auf Vinted keine Provision. Der Käufer zahlt den Käuferschutz von 0,70 € plus 5 % des Preises, in einigen Kategorien mehr, und den Versand (Stand Oktober 2026).
Was kostet „Sicher bezahlen“ bei Kleinanzeigen?
Für Verkäufer nichts. Der Käufer zahlt 0,50 € plus 4,5 % des Kaufpreises, dazu den Versand (Stand Oktober 2026). Bei Abholung mit Barzahlung fallen keine Gebühren an.
Wie sehe ich bei eBay, wofür Artikel verkauft wurden?
Melde dich an, such nach dem Artikel und setz in den Filtern den Haken bei „Verkaufte Artikel“. Ohne Konto leitet eBay bei diesem Filter zur Anmeldung um (Stand Oktober 2026). Angezeigt werden dann abgeschlossene Verkäufe mit Datum. Ist ein Preis durchgestrichen, wurde ein niedrigerer Preisvorschlag angenommen.
Was bedeutet VB bei Kleinanzeigen?
VB steht für Verhandlungsbasis. Der Verkäufer signalisiert damit, dass er über den Preis mit sich reden lässt. Käufer rechnen deshalb fest mit einem Nachlass, plane ihn beim Einpreisen ein.
